Rosenmontag

Rosenmontag 2018

Eine Minute vor halb drei, Moderator Johannes Hille zückt sein Handy und telefoniert mit Matthias Stegemann, dem Präsidenten der Recker Karnevalsgesellschaft, am anderen Ende des Recker Ortskerns. Dann verkündet er: „Der Zug rollt!“ So hat er es schon zig Mal gemacht in den vergangenen Jahren, doch am Rosenmontag 2018 wird es das letzte Mal gewesen sein. Der Moderator gibt das Mikrofon aus der Hand.

„Ich möchte das in jüngere Hände geben“, erklärt der 61-Jährige, kurz bevor es losgeht. Das Präsidium der RKG wisse schon lange Bescheid und werde bis zum kommenden Jahr sicher eine gute Nachfolgelösung finden, zeigt Hille sich überzeugt. Und er werde natürlich weiter mitmischen in der närrischen Zeit: „Ohne Karneval kann ich gar nicht!“ Dann ist erst einmal genug geredet, Hille muss moderieren, und da ist der Mann mit der knallbunten Mütze und dem blauen Jackett ganz in seinem Element: Die Leute am Straßenrand unterhalten und zum Mitmachen bewegen und die Wagenbauer für ihre Kreationen loben.

Der Zug ist ein bisschen kürzer als im Vorjahr: 34 Wagen, Fuß- und Musikgruppen sind dabei, fünf weniger als 2017. Doch an der Kreativität haben die Teilnehmer auch in diesem Jahr nicht gespart: Einer der auffälligsten Wagen ist der, den die Clique Twenhusen gebaut hat: Statt zwischen Recke und Osnabrück die Nordbahn auf die Schiene zu bringen, könnte man doch auch ein Space Shuttle pendeln lassen, so ihr Vorschlag. Die 90er Jahre sind offenbar wieder total in, denn mit „Hüttensportz“ und „Hütten United“ haben sich gleich zwei Teams dieses Thema angenommen – mit passenden Outfits und Frisuren, versteht sich.

Und dass die Landjugend Schale mit ihrem Wagen „25 Jahre Scooter“ feierte, ging in die gleiche Richtung. Als „Süße Überraschung“, genauer gesagt als zwei Meter große Schokoriegel, kamen die Espeler Karnevalsfreunde daher – auch ein Hingucker! Dass wegen ein paar eingewanderter Wölfe mancher in Deutschland verrückt spielt, nahm die Gruppe „MEROSS“, gewandet in Wolfs- und Schafspelz, aufs Korn. Der Pflegenotstand (Kegelbrüder Kunterbunt), Star Wars (Kerker) oder der Super Bowl in der NFL (BKK) waren weitere Themen der Narren.

Und als alle Gruppen einmal durch waren, kam eine unangemeldete Gruppe. Auf ihrem Pappschild zu lesen: „Danke Johannes, für die super Moderation“. Eine von vielen Lob- und Danksagungen für Johannes Hille an diesem Tag.

„Der Umzug ist super über die Bühne gegangen“, so Andreas Walter, Leiter des Recker Ordnungsamtes, in einem ersten Fazit am frühen Abend. Zusammen mit mehreren Kollegen, einem Vertreter des Kreisjugendamtes sowie Polizei, Feuerwehr und DRK hatte er den Umzug im Blick und vermeldete: „Nichts Nennenswertes passiert“.

ivz.aktuellQuelle: IVZ Online vom 13.02.2018 – Autor: Jens Thorsten Schmidt

Bilder: Heinrich Weßling

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