Rosenmontag

Rosenmontag 2016

Wettergott meint es gut mit den Recker Narren

„Ständig im Blick“ habe er die Wetterkarten und -prognosen, sagte Reckes Ordnungsamtschef Walter Hagemann am Montagmorgen. Doch da war eine endgültige Aussage, ob der Umzug stattfinden kann, seriös noch nicht möglich. Die „gute“ Nachricht war dann das heftige Gewitter, das vormittags über Recke hinwegzog. Da der Umzug wie immer erst um 14.30 Uhr beginnen sollte, lag genug Zeit zwischen Unwetter und Start des närrischen Geschehens. Gut drei Stunden vor dem Umzug konnte Hagemann grünes Licht geben: Sollte wettermäßig nicht ganz kurzfristig noch etwas Unvorhersehbares passieren, findet die Karnvelssause statt.

Und so kam es dann auch. Zwar pfiff den Jecken zeitweise eine steife Brise um die Nase, von einem Orkan konnte aber keine Rede sein. Zeitweise kämpfte sich sogar der eine oder andere Sonnenstrahl durch die Wolken, Johannes Hille, Moderator des Zugs, erinnerte die erschienenen Karnevalsfreunde prompt an das Auftragen von Sonnencreme. Dass links und rechts neben der Strecke ein bisschen mehr Platz war als im Vorjahr fand Hille nicht so schlimm: „Auch wenn einige wegen des Wetters zuhause geblieben sind: Die Richtigen sind gekommen.“ Und als zwischendurch ein paar Regentropfen fielen, zeigte der Moderator sich überzeugt: „Das können nur Freudentränen sein.“

Wäre der Zug abgesagt worden, wäre das besonders ärgerlich für die Wagenbauer gewesen – denn die haben sich wieder einmal ins Zeug gelegt. Einen besonderen Hingucker lieferte wieder einmal die Clique Twenhusen, die mit der „Tecklenburger Narrenbahn“ (Haltestellen: Espel-Nord, Espel-Mitte, Espel-Süd) ins Rennen ging.

Den VW-Abgasskandal griffen die Jordan Schwalben genüsslich auf: „Schadstoffstark und leistungsarm“ lautete ihre Diagnose. „Aufgeflogen – Umgezogen“ hieß es auf dem Wagen vom Chaoshaufen, der Sepp Blatter und Franz Beckenbauer schon hinter schwedischen Gardinen sah. Ebenfalls sehr aufwendig gestaltet waren die Geister-, Wikinger- und Piratenschiffe im Zug. Den 50. Superbowl in den USA und das Ende des Bergbaus 2018 griffen jeweils zwei der insgesamt 36 Gruppen auf. Und „500 Jahre Reinheitsgebot“ feierten die „Bekloppten Karnevals Kaoten“ (BKK) mit ihrem Wagen. Dazwischen animierten die verschiedenen Musik- und Tanzgruppen die Besucher immer wieder zum mitmachen.

In einem ersten Fazit am frühen Abend konnte Walter Hagemann nach Rücksprache mit Feuerwehr, Polizei und DRK berichten: „Alles gut gelaufen, keine nennenswerten Vorfälle.“ Die Zuschauerzahl lag seiner Schätzung nach unter 10 000 (nach 15 000 im Vorjahr), „das ist angesichts des Wetters aber immer noch ein guter Besuch“, fand er.

ivz.aktuellQuelle: IVZ Online vom 08.02.2016 – Autor: Jens Thorsten Schmidt

 

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