Rosenmontag

Rosenmontag 2017

„Anstrengend, aber richtig schön“, so das Fazit von Moderator Johannes Hille nach dem Recker Rosenmontagsumzug. Der Mann am Mikrofon musste ordentlich „Power am Stück“ liefern, um die Leute zu unterhalten und allen Wagenbauern gerecht zu werden. Wie alle Jecken freute sich Hille über die milden zwölf Grad und dass es während des Umzugs – zumindest von oben – trocken blieb.

Pünktlich um 14.30 Uhr telefonierte Hille mit Matthias Stegemann, dem Präsidenten der Recker Karnevalsgesellschaft, um zu vermelden: „Der Zug ist gestartet.“ Mit 39 Wagen, Fuß- und Musikgruppen war der Zug ein bisschen länger als im Vorjahr, als 36 Formationen mitmarschierten.

Für einiges Staunen sorgte der Wagen an Position vier: „Karneval überALL“ der Gruppe Niemandsland. Die hatte in wochenlanger Arbeit das Raumschiff Enterprise nachgebaut. Dazu passende „spacige“ Kostüme und Originalsounds aus der TV-Serie machten den Auftritt perfekt. Auch lokale Themen fanden sich auf einigen Wagen wieder: „Online-Handel satt – Recke wird zur Geisterstadt“ war das Motto des Meross-Wagens. Ein schwarzhumoriger Hinweis auf das Geschäftesterben im Ort. Der von Heinz Bischoff angemeldete Wagen „IhrPlatz – das war‘s“ schlug in die gleiche Kerbe. Sehr aufwendig gestaltet war auch der Mottowagen „Bergbau adé – die Kohle kommt aus Übersee“, den die Hütte ins Rennen schickte: Ein Frachter mit schwarzer Ladung zeigte, wie künftig das schwarze Gold nach Deutschland kommt, wenn 2018 die Steinkohleförderung aufgegeben wird.

Recke bekommt in diesem Jahr bekanntlich ein neues Feuerwehrhaus, die Espeler Karnevalsfreunde schickten schon mal ein neues Einsatzfahrzeug vorab. Und auch die Recker KLJB ging mit einem feuerroten Löschzug auf die jecke Strecke. Den „politischen Weltzirkus“ mit seinen Hauptdarstellern Merkel, Erdogan, Putin und Zirkusdirektor Trump nahmen die Jordan Schwalben aufs Korn. War die US-Wahl vielleicht doch nur ein verfrühter Karnevalsscherz? Der Mettinger „Narrenkarren“ war mit einer mobilen Disco unterwegs, „aber ohne Ilja Richter“, wie Johannes Hille anmerkte.

Am frühen Abend konnte Ordnungsamtschef Walter Hagemann nach Rücksprache mit RKG, Polizei und DRK ein erstes Fazit ziehen: „Alles gut gelaufen, keine nennenswerten Zwischenfälle.“ Die Zuschauerzahl lag seiner Schätzung nach über der des Vorjahres. 2016 stand der Umzug aber wegen einer Unwetterwarnung lange auf der Kippe. Damals kamen weniger als 10 000 Karnevalsfreunde, diesmal dürften es knapp 15 000 gewesen sein. An die neue Lärmschutzgrenze von rund 85 Dezibel hielten sich laut Hagemann die meisten Gruppen: „Ein paar mussten wir zwischendurch nochmal dran erinnern. Bei den Besuchern ist es gut angekommen, dass man sich an der Strecke unterhalten konnte ohne sich anzuschreien.“

ivz.aktuellQuelle: IVZ Online vom 08.02.2016 – Autor: Jens Thorsten Schmidt

 

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